Veranstaltung: Zurück zur Meisterpflicht? Vom 12-09-2017

 

 

 

Mit der Novellierung der Handwerksordnung wurden 2004 53 Gewerke als zulassungsfreies Handwerk eingestuft. Damit entfällt die Meisterpflicht, wenn man sich im diesem Handwerk selbständig machen will, Firmen gründen oder übernehmen möchte oder Azubis ausbilden will. Aktuell wird in der EU über eine weitere Aushöhlung der Meisterpflicht gesprochen.

 

Grund genug, um ein Resümee nach 13 Jahre zu ziehen. Ziel der Novellierung war mehr Arbeitsplätze zu schaffen, um es den Menschen in diesen Berufsgruppen einfacher zu machen, selbständig zu werden.

 

Hat geklappt? Ja, es gibt mehr Firmen, aber die Anzahl der Beschäftigten in den Gewerken ist gleich geblieben. Also eine Umwandlung von Angestellten in viel „Ein-Zweimannfirmen“. Leider wird in diesen Firmen wenig ausgebildet, so dass die Ausbildung z.B. bei Fliesenlegern um 90 % gesunken ist. Also wo früher 50 Azubis in einem Jahr waren, sind es heute nur noch 5. Die Frage, die sich da stellt, wer soll in 30 Jahre unsere Fliesen legen, wenn es nur noch ganz wenige Handwerker richtig gelernt haben? Wo wird die Qualität unsere Arbeit im Handwerk hingehen, wenn keiner mehr in diesen 53 Gewerken einen Meistertitel anstrebt und sich weiterbildet in Fachthemen. Um einige davon nur zu nennen: rechtliches Vertragsrecht, Mitarbeiterführung, wirtschaftliche Unternehmensführung, und wie bilde ich junge Menschen richtig aus, usw.

 

 

Die gemeinsame Veranstaltung von Handwerkskammer zu Leipzig (alle sächsischen waren vertreten), der Deutsche Gewerkschafts Bund und Arbeit und Leben Sachsen e.V. sprachen sich dafür aus, die Meistertittel zu erhalten und auch in den 53 Gewerken wieder darüber nachzudenken, im Sinne der Qualität der geleisteten Arbeit diese wieder einzuführen.

 

Die Kreishandwerkerschaft Leipzig war mit dem Kreishandwerksmeister Wolfgang Herzog und dem Geschäftsführer Falk Dossin vertreten und konnte mit Politikern, Handwerkern, Verbrauchern diskutieren. Wir sind nun noch mehr davon überzeugt das der Meistertitel eine in Deutschland gewachsene gute Art der Aus- und Weiterbildung ist um jeden Handwerker das Rüstzeug zu geben gute verlässliche Arbeit: „made in Germany“ zu machen.

 

Vielen Dank an Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig für die klaren Worte und die Resolution, die von den Kammern für das Handwerk verfasst wird.

 

 

 

WorldSkills 2015 in Sao Paulo

 

Die Deutschen Simon Rehm (Zimmerer) und Nathanael Liebergeld (SHK) als Weltmeister ihres Faches geehrt

 

 

2015 war ein besonders gutes Jahr für die Fangemeinde der internationalen Berufs-Weltmeisterschaft WorldSkills. Nach Leipzig 2013 wetteiferten die Teilnehmer im Sommer dieses Jahres in Brasilien um den Sieg.

 

Rund zwei Drittel der deutschen Teilnehmer kehrten Mitte August mit Weltmeisterschafts-Medaillen und Ehrungen nach Hause zurück. Insgesamt errang das 41-köpfige „Team Germany“ zwei Mal Gold, zwei Mal Silber, einmal Bronze und 19 "Medallion for Excellence" in 17 Skills -zu deutsch: Berufe.

 

Die diesjährige WorldSkills im brasilianischen Sao Paulo - zugleich die erste Berufsolympiade in Lateinamerika - wurde am 17. August 2015 mit großer Beteiligung und einem tollen Presseecho feierlich beendet.

 

Deutschland hatte mit rund 100 Teilnehmern, Experten und Offiziellen die größte deutsche Mannschaft aller Zeiten nach Brasilien entsendet. Dabei waren fast alle Bundesländer vertreten: Mit je acht stellten Bayern und Baden-Württemberg die meisten Wettbewerbsteilnehmer. Fünf kamen aus NRW, vier aus Hessen, je drei aus Niedersachsen und Sachsen, zwei aus Berlin und je einen Vertreter stellten Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland.

 

 

 

Das Ergebnis der deutschen Nationalmannschaft konnte sich angesichts der harten internationalen Konkurrenz und der recht hohen Leistungsdichte mehr als sehen lassen.

 

Zimmerer Simon Rehm (22), aus Weinsfeld-Hilpoltstein (Bayern) und Nathanael Liebergeld (21), aus Ehrenfriedersdorf (Sachsen) machten es der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach und erkämpften in Brasilien in ihrem Handwerk den Weltmeistertitel. Rehm holte als Punktbester im deutschen Team mit dem Titel "Best of Nation" seine zweite Goldmedaille.

 

Gründe genug, um von der deutschen Fangemeinde, bestehend aus mitgereisten Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen auf der Abschlussfeier der rund 1.200 Teilnehmer vor gut 10.000 Zuschauern aus 59 Ländern und Regionen stürmisch gefeiert zu werden.

 

Vier Tage lang hatten die Weltbesten ihres Berufsfaches im Alter bis 22 Jahre um Gold, Silber und Bronze gekämpft.

 

Und auf der Qualität der Weltmeisterschaftsvorbereitung und den Ergebnissen lässt sich jetzt hervorragend aufbauen. Denn oft fehlte in Brasilien zum Spitzenplatz nur eine Kleinigkeit.

 

 

 

Selbst für das BTZ der Handwerkskammer zu Leipzig in Borsdorf waren diese Ergebnisse ebenso erfreulich. Hatte doch der Wettbewerbsteilnehmer für das Stuckateurhandwerk intensiv im WorldSkills-Leistungszentrum in Borsdorf trainiert und damit eine wichtige Grundlage für sein gutes Abschneiden in Sao Paulo (Silbermedaille) geschaffen.

 

 

 

Anmerkung der Redaktion: Es gab zumindest indirekt auch einen Leipziger Weltmeister. André Schnabel hatte als persönlicher Trainer von Weltmeister Nathanael Liebergeld einen herausragenden Anteil an diesem Erfolg seines Schützlings.

 

Installateurmeister der SHK-Branche André Schnabel engagiert sich nicht nur seit Jahren für eine auf Spitzenleistung orientierte Betreuung junger Gesellinnen und Gesellen des SHK Handwerks in Vorbereitung auf WorldSkills und EuroSkills, sondern ist in seiner Innung, im Fach- und Zentralverband des SHK-Handwerks und nicht zuletzt als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Leipzig auch ehrenamtlich aktiv.

 

 

 

Infokasten:  WorldSkills – die Berufsweltmeisterschaft

 

Mit ihrer 65jährigen Geschichte verkörpert WorldSkills heute Spitzenleistungen auf dem Gebiet der Berufsbildung. Alle zwei Jahre treten Auszubildende, Studierende und junge Fachkräfte aus allen Teilen der Welt in Begleitung ihrer Ausbilder und Lehrer zu einem öffentlichen internationalen Wettbewerb an. Dabei messen sie ihre Fertigkeiten in den einzelnen Berufen unter Einhaltung anspruchsvoller internationaler Standards mit Gleichgestellten.

 

Die Erfahrungen und Ergebnisse aller Wettbewerbe stellen sowohl für die einzelnen Teilnehmer als auch für die Einrichtungen und Unternehmen, in denen sie ausgebildet werden, eine wertvolle Rückkopplung dar. Für manche ist es die Anerkennung einer herausragenden Leistung, für andere das Streben nach höherem Wissen und Kenntnissen.

 

Für den Betrachter ist es eine aufschlussreiche Erfahrung, hoch kompetenten jungen Menschen aus aller Welt bei der Arbeit zuzuschauen.
Weiter bieten die Wettbewerbe eine hervorragende Plattform und eine ausgezeichnete Gelegenheit, Jugendlichen im Schulalter positive Berufsbilder zu vermitteln.

 

 

Der von der INTER Versicherung unterstützte Wettbewerb "Ausbildungs-Ass2017" ist gestartet. Bewerbung bis 31.07.2017: hier

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Worldskills 2017 Abu Dhabi
Worldskills 2017 Abu Dhabi

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